Hochwertiges Maurerwerkzeug – die Form entscheidet und das Material

MAurer benutzt Maurerwerkzeug

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Kein Maurerwerkzeug ist so typisch für das Handwerk wie die Kelle. Dabei gibt es auch die Maurerkelle in vielen, sehr verschiedenen Formen, die zum Teil regional geprägt sind, sich aber auch aus unterschiedlichen Aufgaben ergeben. Darüber hinaus gehören Kellen auch zum Handwerkszeug anderer Berufe, beispielsweise Stuckateure oder Maler und Lackierer, aber auch Archäologen. Eins ist allen Maurerwerkzeugen gemeinsam, sie müssen viel aushalten und eine Qualität „Made in Germany“ zahlt sich aus.

Warum gibt es so viele verschiedenen Maurerkellen?

Die Formenvielfalt der Maurerkellen erwächst einerseits aus den zahlreichen, unterschiedlichen Aufgaben und andererseits aus den verschiedenen Arbeitsweisen, die in regionalen Traditionen begründet sind. So sieht zum Beispiel eine normale deutsche Maurerkelle deutlich anders aus als eine englische, obwohl beide für die gleichen Arbeiten eingesetzt werden. Die Formenvielfalt lässt aber auch die Grenzen zu anderen Werkzeugkategorien verschwimmen. Einen ähnlichen Aufbau wie die Maurerkelle haben auch Glättekelle, Fugeisen oder Fugenkelle sowie der klassische Malerspachtel. Sie besitzen im Allgemeinen ein stählernes Blatt und einen Griff aus Holz, wobei auch andere Werkstoffe zum Einsatz kommen, etwa bei der Kunststoff-Glättekelle.

Kelle oder Spachtel

Während beim Spachtel Blatt und Griff in einer Ebene liegen, sind diese beiden Teile bei der Kelle über einen mehr oder weniger stark gekröpften Stiel miteinander verbunden. Darin spiegelt sich die unterschiedliche Art der Anwendung. Beim Spachtel liegt nur die Vorderkante des Blatts auf der Arbeitsfläche auf, das sich unter dem aufgebrachten Druck zur Fläche hin durchbiegt. Das Blatt einer Maurerkelle ist dagegen starr und wird vornehmlich vollflächig aufgesetzt. Eine deutliche Flexibilität ist nur bei den Fugenkellen mit Ihren langen, sehr schmalen Blättern festzustellen, aber auch sie kommen beim Glätten des Mörtels in den Mauerfugen mit ihrer gesamten Unterfläche zum Einsatz. Bei dieser Arbeitsweise würde ein gerade angesetzter Griff natürlich stören. Das ist aber nicht der einzige Grund für die unterschiedliche Formgebung.

Die Lage des Schwerpunkts bei hochwertigem Maurerwerkzeug

Durch die Kröpfung liegt der Schwerpunkt des Werkzeugs näher bei der haltenden Hand. Besonders deutlich wird das vor allem bei den Glättekellen, deren Griffe genau mittig auf dem rechteckigen Blatt befestigt sind, also genau über dem Schwerpunkt. Aber auch die Dreieckskelle ist so ausbalanciert, dass der Schwerpunkt unter dem vorderen Ende des Griffes liegt. Das ist speziell beim Einsatz als Putzkelle vorteilhaft, die mit Schwung gehandhabt wird. Die Schwerpunktlage unterhalb des Zeigefingers der haltenden Hand dient hier einem ermüdungsfreien und zielgenauen Arbeiten.

Maurerkellen für besondere Anwendungen

Für eine spezielle Art der Nutzung sind auch Zahnkellen ausgelegt, die in der Regel die Form einer Glättekelle haben. Die an einer langen und einer kurzen Seite vorhandenen, rechteckigen Zähne bilden beim Anlegen der Zahnkelle an eine Mauerfläche gleichmäßige Öffnungen, deren Höhe vom Winkel zwischen Blatt und Wand abhängt. Dadurch kann auf einfache Weise ein Auftrag in konstanter Stärke erzeugt werden, wie er beim Kleben von Fliesen oder Isolationsmaterial notwendig ist. Im Bereich der Spezialkellen sind dann auch noch die Eckenkellen und die Profilkellen zu erwähnen, die das Bearbeiten oder Erzeugen von Flächen mit einer bestimmten Formgebung erleichtern.

Kelle und Truffel

Wie die Formen unterscheiden sich auch die Bezeichnungen für die Maurerkelle regional. Neben dem Wortstamm Kelle, dessen Ursprung unklar ist, finden sich besonders Wortbildungen, die sich vom lateinischen trulla ableiten. Dieser Wortstamm hat sich in Bezeichnungen wie dem rheinischen Truffel erhalten, aber auch in den englischen und französischen Namen für die Kelle, trowel und truelle.

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