Die Venezianer Kelle – ein Klassiker unter den Maurerwerkzeugen

Venezianische Kelle
Ein klassisches Produkt für klassische Effektputz-Arbeiten: Venezianische Glättekelle aus rostfreiem Edelstahl

Kaum ein Arbeitsmittel erfreut sich solch ungebrochener Beliebtheit wie die Venezianische Glättekelle. Sie ist seit den Anfängen der Baukunst in Gebrauch und hat sich hinsichtlich ihres Aufbaus nicht verändert. Auch in Bezug auf die Anwendung des Gerätes gibt es seit Jahrhunderten so gut wie keine Variation: Nach wie vor kommt die Venezianische Kelle vor allem bei der Ausführung von Spachtel- und Glattputz-Arbeiten zum Einsatz.

Nomen est omen

Ihre Bezeichnung verdankt die Venezianische Kelle ihrer Herkunft bzw. ihrem ursprünglichen Einsatzgebiet. Sie ist eine Erfindung jener Handwerker, die im damaligen Kunst- und Kulturzentrum Italiens mit der Errichtung von Neubauten beauftragt worden waren. Hier ersannen findige Maurer, Putzer und Stuckateure eine spezielle Putztechnik – für die sie ein ganz besonderes Werkzeug entwickelten: die Venezianische Glättekelle (auch verfügbar in einer hochwertigen Chromstahl-Ausführung, die eine ungewollte Streifenbildung durch das Kellenblatt verhindert).

Besondere Maßnahmen für besondere Umstände

Ziel ihrer Erfindungen war, eine Wandverkleidung zu schaffen, die den besonderen Umständen der Lagunenstadt entgegenkam. Da die Luftfeuchtigkeit Venedigs durch die allgegenwärtigen Flussläufe und Kanäle deutlich höher war als in anderen Orten des Landes, benötigten die Mauern der umliegenden Gebäude eine ebenso haltbare wie widerstandsfähige Deckschicht. Keine leichte Aufgabe für die Venezianer. Kelle und Putz herkömmlicher Art kamen für sie nicht in Frage – eine Alternative besaßen sie jedoch (noch) nicht.

Eine Wandverkleidung, so beständig wie dekorativ

Eine Anregung zur Problemlösung fanden die venezianischen Handwerker in der Baukunst der alten Griechen. Auch sie hatten seinerzeit nach einem ebenso feuchtigskeitsbeständigen wie schmückenden Putz gesucht – und in der Kalkpresstechnik gefunden. Wie ihre antiken Vorbilder drückten nun auch die Venezianer Kelle um Kelle eines mit Kalk versetzten Mörtels auf den Untergrund. Die letzte der bis zu zehn und mehr Lagen pressten sie besonders fest an und erzielten dadurch einen einmalig schönen Glanz, den sie durch Auftragen einer Wachsschicht verstärken konnten oder durch Einarbeiten von Farbpigmenten variierten.

Das ideale Werkzeug

Doch nicht nur die Technik, sondern auch das dafür verwendete Material wurde zunehmend „venezianer“. Kelle, Mörtel und Deckschicht erhielten ihre bis heute typischen Eigenschaften. Während bei den Rohstoffen Herkunft, Mahlgrad und endgültige Zusammensetzung über die Feinheit der Deckschicht bestimmen, unterscheidet sich die Venezianische Glättekelle von herkömmlichen Werkzeugen ihrer Art durch:

  • Entgratete Kanten
    die sichtbare Spachtelspuren und Riefen im Putz vermeiden helfen
  • Abgerundete Ecken
    durch die der Auftrag weicher wirkt
  • Ergonomisch geformten Griff
    der Reib- und Druckstellen an der Handfläche des Arbeiters verhindert
  • Empfohlene Höchst- bzw. Mindestmaße des Blattes
    die sich auf eine Dicke von mindestens 1 mm, auf eine Breite zwischen 60 und 80 mm sowie eine Länge von 200 bis 240 mm belaufen

 

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